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Peter Wein

Peter Wein (Ortschronist)

Die Ortschronik

Die Geschichte Zeesens

Das Herrenhaus

                                                                                      ORTSCHRONIK
 
                           KURZÜBERBLICK ZUR GESCHICHTE DES ORTES ZEESEN
                           erarbeitet vom Ortschronisten, Paul Porsch ; ergänzt : Marlis Lorz

 
Das Jahr der Gründung ist nicht bekannt. Gründungsurkunde befindet sich sicherlich in Prag, da das Gebiet der Tups    Teupitz) zum Königreich Böhmen gehörte.


1431    Die Tupez begibt sich unter den Schutz der Markgrafen; Zeesen wird brandenburgisch.

1624    13 Hüfner (Besitzer einer Hufe – 1 Hufe hatte  ca. 30 – 60 Morgen Land, 4 Morgen=1ha,
           1 Hirte und 1 Laufschmied)

1632    Rittmeister von Thümen aus Gallun erwirbt Zeesen (Dorf mit Gut),
           Ober- und Untergericht, Kessel- und Schulzensee sowie das „Große Luch“ an der Schenkendorfer Grenze

1652    Nach dem 30–jährigen Krieg  gibt es nur noch 2 Bauern. Das Gut erwirbt ein H. Phuhl.

1690    Das Gut kauft der Oberpräsident und Minister Freiherr Eberhard von Danckelmann
           Erbauung des Schlosses !

1698    Kurfürst Friedrich  III. schenkt zum Christfest Gut und Schloss seinem Sohn Friedrich Wilhelm „Soldatenkönig“

1765    Verpachtung der königlichen Besitzungen an den Amtmann Sydow für 480 Taler jährlich.
           Einwohnerzahl um diese Zeit etwa 79

1783    Aufgliederung der Gemeindemitglieder nach Tabelle:
           Verwaltung u. Unterpächter= 1, Förster= 1,  Schulbedienter= 1, Ganzbauern= 4,
           Büdner= 6 (Büdner: besitzt etwas Gartenland und ist auf Tagelohn oder
           Gewerbebetrieb angewiesen), Hausleute oder Einlieger= 4, Gärtner

1860    Ziegeleien in Körbiskrug, das damals nicht zu Zeesen gehörte; 1890  zu Zeesen   eingemeindet.
           Einwohnerzahl: Dorf – 105, Gut – 57, Körbiskrug - 31
           Bebauung: 27 Wohnhäuser, 42 andere Gebäude

1877    Das sogenannte Langhaus (Wohnhaus für Arbeiter und Angestellte des Gutes usw.) brennt völlig nieder. An
           seiner Stelle werden erdgeschössige Wohnhäuser gebaut von denen  heute nur noch die modernisierten 
           stehen.

1892    Bau eines neuen Schulgebäudes am Rande des Dorfes, das alte Schulhaus aus dem Jahre 1812 war zu
           alt und zu klein (ehemaliges Hirtenhaus).

1900    Beginn der Parzellierung und Siedlung. Es entstehen Häuser neben der Schule (Fasanenstr. 3)

1915    Bau der Luftschiffwerft „Schütte – Lanz“; Abriss nach dem 1. Weltkrieg (Versailler Vertrag)

1925    Der gesamte Besitz der Schütte-Lanz-Werft bekam die Deutsche Reichspost. In der Schütte – Villa wird ein                              Erholungsheim für Postmitarbeiter eingerichtet
           Laut Volkszählung vom 16.05.1925: 937  Einwohner
           (Zeesen mit Bürgerwalde u. Körbiskrug)   davon: 485   männl. / 452 weibl.
           Nach dem 1. Weltkrieg erhalten Flüchtlinge aus Russland und Polen unentgeltlich Parzellen auf dem Steinberg 
           (im sogenannten Bullenwinkel). Damit beginnt die Besiedlung des Steinbergs!
1926    Klabund (A. Henschke) dichtet seine „Ode an Zeesen“ im Schloss.
           Carl Zuckmayer stellt der „Geschichte“  -von Charlotte Steinbrucker-  einen Haus-, Flur- und Tiersegen voran.
 

1924   Gründung der Freiwilligen Feuerwehr
          Es gibt einen gemischten Chor und eine Fußballmannschaft (Kreismeister) im Ort

1927   Inbetriebnahme des Deutschlandsenders

1929   Auflösung der Försterei „Fasanerie“, Zeesen erhält dadurch 182  ha Land.
          Damit ist die heutige territoriale Größe erreicht!

1934   Der Schauspieler und Dramaturg Gustaf Gründgens kauft das Gut für 58 000,00 RM
          Nach dem 2. Weltkrieg wird dieses zum Kreiskinderheim umfunktioniert – bis 1974.
          Danach wird das Schloss anderweitig genutzt.

1935   Errichtung des Postschulungslagers
 

1959   Bau der Evangelischen Kirche (Friedhof)
 

1970   bis zur Wende : Beginn des Baus einer Wasserleitung in der Gemeinde

1991  Grundsteinlegung für das Gewerbegebiet unter Teilnahme der Bürgermeisterin, Frau Barbara  Wolff
          und dem Ministerpräsidenten, Dr. Manfred Stolpe
          Hausneubauten und besonders auf dem Steinberg

1992   Einweihung des ersten Gewerbegebietes im Land Brandenburg in  Zeesen

1993   Grundsanierung der einhundertjährigen Grundschule

1996   Der Badestrand am Zeesener See wird neu gestaltet

1999   Eröffnung des Gewerbeparks II in Zeesen

2000   Erweiterung der Kita „Spatzennest“ durch Zukauf und Veränderung des ehemaligen LTS - Gebäudes

2000   Bau des Mehrzweckgebäudes und der Turnhalle

2002   Erweiterung und Neugestaltung der Friedhofskapelle                
 
2003   Bau des Hortgebäudes auf dem Schulgelände

2004   Gemeindegebietsreform : Trotz 80% Bürgerstimmen des „Unteren Dahmelandes“  (Zeesen, Senzig,
          Zernsdorf, Kablow, Niederlehme, Wernsdorf) gegen dieEingemeindung nach Königs Wusterhausen ist dieser
          Schritt von der Landesregierung vollzogen worden.
          Gründung des Zeesener Interessenverein e. V.“ (Organisierung des gesellschaftlichen Lebens in Zeesen
          und Weiterführung der Chronik)

2007   erhält der Gewerbepark eine Stele mit dem Namen: „Schütte-Lanz-Gewerbepark- Zeesen“ unter Teilnahme
          der Ministerin Prof. Wanka. Einweihung der neuen Feuerwehr in der Seestraße

2008   Zeesen ist der größte Ortsteil mit 4582 Einwohnern von Königs Wusterhausen
 

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Die Geschichte des Ortsteils „Zeesen“ von Königs Wusterhausen
 
Zeesen besteht aus den Ortsteilen:


        1. Gut und Dorf Zeesen
        2. Bürgerswalde
        3. Körbiskrug
        4. Steinberg mit dem Gewerbegebiet


2005 ist Zeesen in die Stadt Königs Wusterhausen zwangseingemeindet worden.
Das Jahr der Gründung von Zeesen ist nicht bekannt, da das Gebiet der Tupz zum Königreich Böhmen gehörte. Daher vermute  ich, dass die Gründungsurkunde in Prag liegt.
Am 28. 12.1431 begeben sich die Schenken von Landsberg unter den Schutz des mächtigen Kurfürsten von Brandenburg, weil er dem Land näher war als die Verteidigung des Landes durch Böhmen.
Im Jahre 1475 erwarben die Schenken von Landsberg von dem von Schlieben das Jagdschloss Königs Wusterhausen und das Gut Zeesen. Viele Besitzer wechselten im Lauf der Jahrhunderte. Ein Wende leitete der Verkauf des Gutes 1687 an den kunstsinnigen Hofmeister des Kurprinzen Friedrich III. (späterer König Friedrich I.) Freiherrn Eberhard von Danckelmann ein. Er ließ 1690 durch seinen Bruder an der Seite des Zeesener Sees ein barockes, lang gestrecktes, eingeschossiges Schloss von 7 Achsen mit 10 Zimmern und sich nach Westen hinziehenden Flügeln erbauen. Mit Terrassenblick zum See und einer Feudaltreppe zur Dorfaue, und einem Lustgarten war das ein attraktiver Bau in unserer Umgebung. Heute ist dieses Grundstück verwildert und wird zum Kauf angeboten.
Gegenüber befindet sich die Dorfaue, wo sich der Backofen und die Pflichtfeuerwehr befanden. Dort trafen sich die Dorfbewohner zu traurigen und fröhlichen Anlässen. Heute bemüht sich, der „Zeesener Interessenverein e.V.“ durch seine Pfingstkonzerte die Dorfaue wieder zu aktivieren. In der Nähe stand das historische Hirtenhaus. Zuerst fanden die Hirten dort ihre Unterkunft, dann wurde 1783 die erste Zeesener Schule eingerichtet, es folgte eine Gaststätte in diesem Lehmgebäude. Leider brannte das Gebäude aus ungeklärten Gründen ab als der Jugendclub es als Domizil hatte. Als die Schule zu klein wurde, baute man in der Fasanenstraße  1920 eine neue, die 1992/94 saniert wurde. Die Gemeinde erweiterte sie mit einem Mehrzweckgebäude, einer Turnhalle und einem Hortanbau. Die neue Feuerwehr erhielt 2007 in der Seestraße ihren neuen Standort. Aus einem ehemaligen Sackdorf entwickelte sich im Laufe der Jahre durch Lückenbebauung und die Erschließung neuer Wohngebiete ein Ort mit insgesamt knapp 5000 Einwohnern.
Bürgerswalde ist noch heute ein Ort, wo die meisten Fischer und Arbeitspendler, die ihre berufliche Tätigkeit in der Umgebung und Berlin ausüben. Sie wohnen in schmucken Siedlungshäusern.
Die Geschichte von Körbiskrug begann im 15. Jahrhundert mit der Wassermühle “Korbsmühle“, die zwischen Todnitz- und Zeesener See stand. Durch den Bau der Chaussee von Königs Wusterhausen über Körbiskrug nach Märkisch Buchholz 1860 zogen immer mehr Bürger in diese landschaftlich schöne Gegend, und Berliner fanden einen Ort im Grünen zur Erholung. Freiherr Burchard von Münchhausen (1867 geboren) baute vermutlich Ende des 19. Jahrhunderts ein Herrenhaus mit Scheune und Gesindehaus. Es handelt sich um einen Nachfahren der Münchhausenfamilie aus Hameln. Auf seinen Ländereien in der Umgebung betrieb die Familie die Landwirtschaft. Vor Beginn des II. Weltkrieges verkaufte er sein Anwesen an seinen Nachbarn, den Gaststättenbesitzer Conrad Kaup. Dieser nutzte das Herrenhaus für Wohnungen und Gästezimmer für Durchreisende und Urlauber. Nach dem II.. Weltkrieg wurde aufgrund der Wohnungsnot alles für Flüchtlinge vermietet .Leider wurde das Haus Mitte der 80ziger Jahre ohne Genehmigung abgerissen. Scheune und Gesindehaus stehen heute noch, wo Firma Schleese ihre Leistungen anbietet.
Die Krugwirtschaft, später „Märkische Bierstuben Körbiskrug“, danach „zur Ritterlichkeit“,
heute leider nicht bewirtschaftet, beköstigte Anwohner, Urlauber und Reisende. Der Wirt erweiterte alles um einen Saal und eine Kegelbahn im Freien. Gegenüber siedelte sich das Cafe` “Starowska“ an, das für die Gäste Kaffee und Kuchen anbot. Um diese gastronomischen Einrichtungen bildete sich ein kleines Orts-Zentrum mit zwei Tankstellen und Geschäften.
Um die Jahrhundertwende begann in Berlin und Umgebung ein intensives Baugeschehen. Dazu benötigte man Ziegelsteine. Durch Tonfunde in Körbiskrug gründeten sich zwei Ziegeleien, die mit Werkbahnen verbunden waren. Ziegel wurden zum Abtransport auf Schiffen in Senzig und zur Eisenbahn mit den Werkbahnen nach Bestensee transportiert. Da Arbeit vorhanden war, siedelten immer mehr Bürger. Der Abbau des Tons hatte die Bildung von drei Seen zur Folge. In den zwanziger Jahren bildete sich die Kolonie „Neukamerun“, kleine Holzhäuschen in der Kameruner Straße, in denen Nudisten ihre Freizeit an den Tonseen verlebten. Noch heute finden sich Sonnenhungrige dort ein.
Der Steinberg war früher bewaldet. Nach dem I. Weltkrieg erhielten deutsche Flüchtlinge aus Russland und Polen unentgeltliche Bauparzellen. Bedingung war, dass sie das Land urbar machten, eine Linde pflanzten und die Pflegearbeit für die Kanäle am Zeesener See übernahmen. 1935 wurde am Fuße des Steinbergs der Bahnhof „Zeesen“ eingeweiht. Noch heute fahren viele Arbeitspendler und Ausflügler von dem Bahnhof nach Berlin und in Richtung Lausitz. Heute finden wir auf dem Steinberg, der an den Krummensee grenzt, ein reges Baugeschehen. Die schlichte 1959 erbaute evangelische Kirche und das Anwesen der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde liegt am Fuß des Steinbergs.
 An der nordöstlichen Seite hat sich 1915 die „Schütte-Lanz-Werft“ angesiedelt. In einer riesigen Halle wurden Luftschiffe für den I. Weltkrieg angefertigt, später Flugzeuge im Lizenzbau und weitere Erzeugnisse nach dem Krieg. Am 15.04.1925 wurde der gesamte Besitz der Schütte-Lanz-Werft  von der Deutschen Reichspost aufgekauft: Auf dem ehemaligen Werftgelände entstand eine Landkraft-Führerschule. Im Jahre 1933 wurde eine Posttruppe als Postschutz ins Leben gerufen, die den Wachschutz auch über die Rundfunkanlagen übernahm. 1927 wurde der Langwellensender in Zeesen mit Programmen der „Deutschen Welle“ und ab 1933 mit dem Deutschlandsender eingeweiht. Der erste Kurzwellenrundfunksender sendete ab 1929.Aus Anlass der Olympiade 1936 fand die Inbetriebnahme der größten und modernsten Rundfunk-Kurzwellensendestelle Europas statt (Olympiasender). Dafür wurden mehrere Gebäude und zwei Antennensterne mit 11 und 13 Türmen mit einer Höhe von 70 und 100 m aufgestellt ( August-Bebel-Straße bis zum heutigen Baumarkt ). Die Entwicklung des Rundfunkwesen war ein großer Fortschritt, doch die Nazis nutzten das für ihre Propaganda. Nach dem II. Weltkrieg im Sommer 1945 wurden die Antennen als Reparationskosten für die Sowjetunion von einer Zeesen Firma demontiert und die Sendehäuser gesprengt. Das übrige Gelände wurde von der sowjetischen Armee als Autoreparaturwerk  „Progreß“ genutzt. Neben Russen arbeiteten auch viele Deutsche dort. Nach 1990 wurde viel abgerissen und aufgeräumt. Leider brannte es in der Schütte-Villa und den Nebenbauten, so dass abgerissen werden muss. Zurzeit wird ein neues Wohngebiet dort geplant. Im angrenzenden Gelände wurde 1991 der Grundstein für das Gewerbegebiet „Schütte-Lanz“ von der Bürgermeisterin Barbara Wolff und dem Ministerpräsidenten Manfred Stolpe gelegt. Heute ist das Gelände, wo einst Antennentürme in die Luft ragten, für Firmenansiedlungen verkauft. Von Bekleidungsfirmen über Gartenbau und Feinmechanik sind viele andere Gewerke im Gewerbegebiet vertreten.

 

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Das Herrenhaus im Dorf Zeesen


Mit traurigen Augen sieht man oft die Bürger von Zeesen mit Besuchern an der Tür des Herrenhauses an der Dorfaue stehen. Ein ungepflegter Ort mit einem maroden Herrenhaus, eben ein verwahrloster Anblick erwartet und dort. Das Herrenhaus, wo die Familien Goldschmidt, Gründgens und viele andere gewohnt hatten, verfällt immer mehr. Der Garten sieht wüst aus.
Kann das sein, dass hier fröhliche Kinderstimmen erschallten oder die Hausbesetzer musizierten? Ja, leider stimmt es! Von der Buche, um die eine runde Bank zum Verweilen früher einlud, ragen nur ein paar Zweige in den Himmel. Die Familie Briest könnte nicht mehr auf der Bank Platz nehmen. Ich erinnere an den Film "Ein Schritt vom Wege" mit Marianne Hoppe und Paul Bildt den Gustav Gründgens hier teilweise im Herrenhaus drehte. (Zeesen - Chronik 1)
Der jetzige Eigentümer ist interessiert, das ganze Gelände zu verkaufen. Es haben sich viele Interessierte das Gelände angeschaut, doch keiner konnte sich zum Kauf entschließen. So verging Jahr um Jahr! Ein ernst gemeinter Käufer informierte sich vor kurzem beim Denkmalsschutz im Land Brandenburg, ob irgendwelche Auflagen bei der Sanierung auf ihn zukämen. Wie erstaunt waren alle, dass nun mit dem 24.09.2010 das Herrenhaus als - Herrschaftliches Wohnhaus "Lusthaus" Zeesen mit Gartenanlage - in die Denkmalsliste eingetragen ist.
Das versetzt uns Zeesener in Erstaunen, weil wir den Eindruck hatten, das sich nach der Wende keiner um das bekannte Anwesen kümmerte.
Die Denkmalspflege ist folgender Ansicht, dass nach dem heutigen Kenntnisstand das adlige "Lustgebäude" auf dem Land des Brandenburgischen steht.  Es war aufgrund der bedeutenden Stellung des Bauherrn für kurze sommerliche Aufenthalte gebaut worden. Dieses Zeesener "Lustschloss"  fand 1726 Nachahmer in Reckahn.
Das Danckelmannsche "Lusthaus" besitzt kulturgeschichtliche und wissenschaftliche Bedeutung und trägt außerdem noch Seltenheitswert. Neben den Kirchen zählen die barocken Schlösser und Herrenhäuser zu den ältesten Sachzeugen. Trotz des verwahrlosten Gartenzustandes ist die Anlage ein unverzichtbarer Bestandteil des herrschaftlichen Landsitzes. Die barocke Ausrichtung der Allee auf den Eingang ist von städtebaulicher Bedeutung und von geschichtlichem Interesse.
Weitere Ausführungen der Denkmalspflege:
1688 beauftragte Daniel Ludolf von Danckelmann (1648 - 1709) seinen Bruder Eberhard Christoph Balthasar von Danckelmann (1643 - 1722) zum Bau einer Dreiflügelanlage in Zeesen auf dem Gut. Im Hauptgeschoss befand sich ein Festsaal, der sich über den Balkon zur Garten- und Seeseite öffnete. Das "Lusthaus" ist in der heutigen Struktur erhalten geblieben.
1872 wurde der Bau um 2 Achsen erweitert und erhielt ein Mansardwalmdach. Vermutlich gab hierfür der Arzt und Naturforscher Dr. med. Karl August Brandes aus Celle, der 1773 das Gut in Erbpacht übernahm, den Auftrag.
Im 19. Jahrhundert wechselten Eigentümer und Pächter. 1903 ist der Freiherr von Vincke als Eigentümer dieses "Lusthauses". Sein Nachfolger war der Kommerzienrat Eugen Gutmann im Jahre 1925. Nach seinem Tod erwarb Dr. jur. Ernst Goldschmidt das Gutshaus. Der Sohn Rudolf Goldschmidt wurde 1934 gezwungen, das Anwesen an den Schauspieler, Regisseur und Theaterdirektor Gustaf Gründgens zu verkaufen.
Nach 1945 erfolgte eine mehrfache Umnutzung (als Flüchtlingsheim, Kinderheim, Ferienobjekt des DDR - Außenministeriums). Von 1991 - 1998 wurde es von Jugendlichen besetzt. Die Seitengebäude verfielen und sind nicht erhaltungsfähig.
Das durchfensterte Sockelgeschoss mit Sandsteinrahmungen deutet auf das 17. Jahrhundert hin. Die hochrechteckigen, axial angeordneten Fenster des Hauptgeschosses besaßen wohl ursprünglich eine Brandrahmung. Die siebenachsige Fassade, nimmt die zweiflüglige Haustür durch einen Mittelrisalit auf. Der Eingang ist über eine repräsentative nach außen schwingende Freitreppe erschlossen. Zur Parkseite zeigt eine analog der Fassade gegliederte Pilaster- bzw. Gesimsgliederung. Auf dem Dach sind Fledermausgauben vorhanden gewesen. (Der Bericht ist sehr gekürzt. Ausführlicher kann man ihn bei Frau Lorz, der Ortschronistin, einsehen)
Das Gebäude des Gutshauses ist der wichtigste und älteste Bestandteil des Dorfes und dessen Struktur.
Das sind alles schöne Worte, die nur Bedeutung haben, wenn ein Interessent (Investor) gefunden wird, der all diese Auflagen des Denkmalschutzes erfüllen kann.
Das Herrenhaus darf nicht dem Verfall preis gegeben werden!
Ich rufe alle Bürger auf hier mitzuhelfen, um einen geeigneten Käufer zu finden.

Marlis Lorz  (Zeesener Ortschronistin)


Literatur:  1. "Zeesener Ortschronik" Teil 1
               2. Mitteilung über Denkmaleintragung vom 24.09.2010

 

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